
ZUSAMMENFASSUNG KAPITEL 5
5 Zusammenfassung
5.I Das Ralstonia eutropha-Genomprojekt
1. Die Chromosomen 1 und 2 des Genoms von R. eutropha H16 wurden vollständig
sequenziert und einer eingehenden Analyse unterzogen. Chr.1 besteht aus
4.053 Mbp mit ca. 3882 CDSs, Chr.2 aus 2.912 Mbp mit ca. 2654 CDSs und das be-
reits sequenzierte Megaplasmid pHG1 (Schwartz
et al., 2003) aus 0.452 Mbp mit
420 CDSs. Hinsichtlich des G+C-Gehaltes (66 %) und der Dichte kodierender Se-
quenzen (88 %) und genomischer Inseln (14 %) unterscheiden sich Chr.1 und Chr.2
kaum, weichen aber deutlich von pHG1 ab (G+C-Gehalt: 62 %, Dichte kodierender
Sequenzen: 81 %, Dichte genomischer Inseln: 33 %).
2. In den kodierenden Eigenschaften läßt sich ein Schwerpunkt von Chr.1 für Kompo-
nenten des Basis-Stoffwechsels und der Informationsverwaltung feststellen, wohin-
gegen Chr.2 und pHG1 für Enzyme kodieren, die dem Organismus eine Erweiterung
des Substratspektrums und Anpassung an besondere Wachstumsbedingungen er-
möglichen. In Bezug auf diese Eigenschaften ist Chr.2 weniger spezifisch als pHG1.
3. Auf Chr.2 sind Schlüsselkomponenten des fakultativ chemolithoautotrophen und
anaeroben Stoffwechsels und der Umsetzung von Kohlenhydraten über den Entner-
Doudoroff-Weg kodiert sowie verschiedene Abbauwege aromatischer Kohlenwas-
serstoffe, der gesamte Begeißelungsapparat und eine Reihe potentieller Toxin-
Cluster.
4. In Bezug auf Mechanismen der Replikationsinitiation weist Chr.2 Charakteristika
eines Megaplasmides auf, die in Verbindung mit Unterschieden in den kodierenden
Eigenschaften zwischen Chr.1 und Chr.2 für einen plasmidären Ursprung dieses
Replikons sprechen.
5. Die Zusammensetzung des
R. eutropha-Genoms aus einem Chromosom und mehre-
ren Megaplasmiden findet ihre Entsprechung in anderen
Burkholderiaceae-
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